Was ist Asbest?

Abest
Was ist Asbest?

Asbest ist eine natürlich vorkommende Silikat-Faser, die aus der Erde gefördert wird. Es gibt verschiedene Arten Asbest, die nach ihrer Farbe am leichtesten zu unterscheiden sind. Blauasbest ist Magnesioriebeckit, weißer oder grüner Asbest besteht aus den Fasern des Klinochrysotils, daneben gibt es braunen Asbest (Grunerit oder Amosit) und Aktinolith oder Anthophyllit. Der am technisch am häufigsten verwendete Asbest ist Chrysotil oder Weißasbest, er wurde größtenteils als Armierungsfaser im Asbestzement verwendet.

Eigenschaften und Gewinnung von Asbest

Asbest ist sehr fest, hitze- und säurebeständig, er kann verwoben werden, da er eine Faser ist, und er isoliert hervorragend. Damit erfüllte er viele Voraussetzungen für industrielle Anwendungen überall dort, wo festes Material vor allem zur Feuer- und Wärmeisolation gebraucht wurde. Das war in der Isolationsindustrie der Fall, bei faktisch sämtlichen Bauten, auch bei Autoreifen und im Schiffbau. Da die gesundheitlichen Gefahren, die von Asbest ausgehen, inzwischen hinlänglich erforscht sind, ist sein Einsatz in Europa komplett verboten, er muss aus Bauten vielmehr entfernt werden. Asbest kommt in Erzen vor und wird unter- und übertage gefördert, aus dem Erz wird die Silikatfaser durch Abspaltung gewonnen. Die Vorkommen finden sich in Nordamerika, Russland, Südafrika und Brasilien. Asbest ist bis 1.000° Celsius hitzebeständig, widersteht Säuren und vielen anderen Chemikalien und ist gewichtsspezifisch zugfester als Stahl. Er verrottet nicht und kann mit Zement sehr gut gemischt werden. Bei Temperaturen oberhalb von 1.200° Celsius verwandelt sich Asbest in edelsteinharte Olivin-Kristalle, das heißt er wird noch widerstandsfähiger, büßt allerdings seine Flexibilität ein. Bei noch größerer Hitze sublimiert er, das heißt, er wird gasförmig, ohne vorher zu verflüssigen, wobei sehr feine Fasern erhalten bleiben. Das erhöht die Gesundheitsgefahren.

Gesundheitsschädlichkeit von Asbest

Asbest setzt auch in gebundener Form, beispielsweise im Zement, permanent feinste Fasern frei, die etwas über 5 ?m, also nur 5 tausendstel Millimeter lang und maximal 3 ?m breit sind. Diese gelangen in die Lungenbläschen und lösen auch bei geringen Belastungen das Krankheitsbild der Asbestose aus. Die im Blutkreislauf für die Schadstoffbekämpfung zuständigen Makrophagen, eine bestimmte Zellart, schaffen es nicht, die Asbestfasern völlig zu umschließen und abzutransportieren, dazu sind diese etwas zu lang. Sie sind klein genug, um in die Lunge hineinzugelangen, aber zu groß, um ausgeschieden zu werden. Sie spießen sich in die Wände der Lungenbläschen, was mit ihrer speziellen Fasergeometrie zusammenhängt. Das macht Asbest so gefährlich.