Asbest Richtlinie

Die Asbest Richtlinie aus dem Jahr 1996 legt die Bewertung und Sanierung von schwach gebundenen Asbestprodukten in Gebäuden fest. Darunter sind Asbestprodukte zu verstehen, deren Rohdichte weniger als 1000 kg/m³ beträgt. Unabhängig davon gehören die folgende der DDR eingesetzten Produkte dazu:

  • Anorganische Brandschutzplatte Baufatherm (TGL 22973)
  • Leichtbauplatte Sokalit (TGL 24452)
  • Anorganische Feuerschutzplatte Neptunit (TGL 29312 / 37478)


Bewertung der Asbestprodukte

Die Sanierungsbedürftigkeit ergibt sich durch äußere Einwirkungen und Alterung, mit fortschreitender Zeit verschlechtert sich der Zustand der Produkte. Ein Schwellenwert für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit von Asbest kann nicht angegeben werden, daher wird entsprechend der Dringlichkeit saniert. Diese ergibt sich aus:

  • Asbestart
  • Art des Verbaus
  • Oberflächenstruktur und -Zustand des Asbestprodukts
  • äußere Beeinträchtigungen
  • Lage des Produkts
  • Raumnutzung

Es werden Bewertungspunkte zugeordnet, die eine Dringlichkeitsstufe festlegen. 80 Punkte bedeuten Dringlichkeitsstufe 1 = unverzügliche Sanierung erforderlich, 70-79 Punkte sind Stufe 2 = Neubewertung nach spätestens zwei Jahren, <70 Punkte bedeuten Stufe 3, langfristige Neubewertung ist erforderlich, spätestens alle fünf Jahre.

Außerhalb der formalen Bewertung sind asbesthaltige Brandschutzklappen und -Türen mit in Blech eingeschlossenem Asbest sowie Flanschdichtungen technischer Anlagen in Stufe 3 einzuordnen.

Sanierung

Die Sanierung muss innerhalb eines geschlossenen Konzeptes gemäß geltender Vorschriften durchgeführt werden, wobei die Änderung notwendiger bauphysikalischer Eigenschaften wie Brandverhalten und Feuerwiderstandsdauer beachtet werden muss. Die Sanierung darf nur durch qualifizierte Firmen durchgeführt werden, die über das erforderliche Equipment verfügen. Sollten Räume nicht sofort saniert, aber weitergenutzt werden, ist die Faserfreisetzung zu minimieren. Nur wenn das gelingt und die unkontrollierbare stoßweise Faserfreisetzung ausgeschlossen werden kann, sind vorläufige Maßnahmen zulässig. Auch diese Maßnahmen dürfen nur durch qualifizierte Firmen ausgeführt und müssen kontrolliert werden. Betriebliche Maßnahmen können in der Vermeidung von Einwirkungen auf den Asbest, Änderung der Raumnutzung und regelmäßiger Nassreinigung bestehen. Bauliche Maßnahmen können das Beschichten des Asbestproduktes oder staubdichten Abtrennen vom Raum sein. Dazu gehören auch das Ausbessern von Beschädigungen und das Schließen von Fugen.

Erfolgskontrolle

Der Erfolg vorläufiger Maßnahmen ist durch Messungen unmittelbar nach der Maßnahme und danach halbjährlich unter identischen Bedingungen nachzuweisen. Ebenso ist die Wirksamkeit einer Sanierung nachzuweisen. Hierzu wird die Konzentration von Fasern in der Luft der sanierten Räume nach der Richtlinie VDI 3492 gemessen. Messprotokolle sind sechs Monate lang aufzubewahren. Die Messungen sind vor der Weiternutzung der Räume durchzuführen, sie erfolgen an den Stellen der typischen Raumnutzung und dort, wo die höchsten Asbestkonzentrationen vermutet werden müssen.

Es werden folgende Richtwerte zugrunde gelegt: Bei Faserlänge L ? 5 µm, Faserdurchmesser D < 3µm und L:D > 3:1 muss jeder Messwert kleiner als 500 F/m³ sein, in anderen Bereichen werden weitere Grenzwerte zugrunde gelegt.