Asbest erkennen

Asbest ist zu erkennen, allerdings durch Laien eher verdachtsweise. Wenn vor einer Sanierung die Vermutung besteht, dass Asbest vorhanden ist, sollten Fachleute hinzugezogen werden.


Was ist Asbest?

Eigentlich ist Asbest ein Oberbegriff, mehrere Silikate mit komplexer chemischer Zusammensetzung werden darunter zusammengefasst. Im Jahr 1990 wurde Asbest aus der Gefährdungsgruppe II in die Gruppe I - sehr stark krebsgefährdend - eingestuft. Man teilt ihn prinzipiell in die beiden Gruppen des Amphibol-Asbest, auch Hornblende genannt, und des Chrysotil. Er wird auch heute noch abgebaut und in einigen Ländern eingesetzt. In Russland gibt es eine Ortschaft namens Asbest, daher hat der Stoff seine Bezeichnung. Der Abbau erfolgt heute noch teilweise ohne hinreichenden Schutz der Arbeiter, deren Lebenserwartung in einigen Minen und Tagebauen nur bei rund 40 Jahren liegt. Der Stoff erzeugt die Krankheiten Asbestose und Krebs, da die sehr feinen Fasern die Lungenbläschen beschädigen. Man findet Asbest überall, aber der Staub ist unsichtbar. Veranschaulichend kann man sich einen Stecknadelkopf aus Asbest vorstellen, dieser enthält rund 50 Millionen Fasern. Daher nimmt der TÜV einen von Asbest sanierten Raum erst ab, wenn die Restfasermenge bei weniger als 1.000 Fasern pro einem Luftkubikmeter beträgt.

Wo ist Asbest zu finden?

Asbest ist ubiquitär (= allgegenwärtig). Der Einsatz bis Mitte der 1980er Jahre umfasst nahezu jeden Lebensbereich, beginnend bei Abwasserrohren über Matten, Aschenbecher, Blumenkästen, Backöfen, Bremsbelägen, allem mit Brandschutz Zusammenhängendem, allem auf dem Dach, Dichtungen, Elektrogeräten, Fackeln und Farben, Gartenartikel, Haartrockner, Isolierungen, Heizkissen und -Lüfter, Herde, Kupplungsbeläge, Overhead-Projektoren bis hin zu Verteilerschränken. Es lassen sich noch mehr Beispiele finden, sodass in sehr vielen Materialien, die etwa 30 - 50 Jahre alt sind, Asbest zu vermuten ist.

Asbest erkennen

Es ist Wissen über Baustoffe erforderlich, um Asbest zu erkennen, auch über ihre spezifische Zusammensetzung und ihre Produktionszeiträume. Daher sollte stets eine qualifizierte Firma hinzugezogen werden, damit nicht durch unsachgemäße Handhabung der Asbest erst freigesetzt wird. Anzeichen, mit denen auch der Laie Asbest erkennen kann, sind an Baustoffen:

  • weißgraue oder blaugraue Farbe
  • mit dem Fingernagel einritzbar (Promasbest) oder eindrückbar (Spritzasbest)
  • Bruchtextur weist kurze herausstehende Faserbüschel auf (Eternit)

Diese Merkmale weisen auf Asbest hin, die genaue Identifizierung nehmen Fachleute vor.

Asbestzement ist eine geformte Asbestmischung mit einem Anteil von etwa 85 Prozent Zement und 15 Prozent Asbestfasern. Der Asbest kann am Haus auf dem Dach verarbeitet sein, als Platte oder Welle, zur Attikaverkleidung, an der Fassade, auf Fensterbänken und in Entwässerungsrohren und Entlüftungskanälen, Abschottungen und Brandwänden. Zur Identifizierung werden Proben entnommen, die sehr klein sein können (1/4 bis 1/2 Hemdknopfgröße), auch eine Abklatschprobe auf leitfähigem Klebeträger kann helfen. Diese Proben sollten von Fachpersonal entnommen werden, sie werden im Labor analysiert.